Adressen

Infostelle Stadtteil Wolf Fährstr. 1a, Ecke Uferstrasse56841 Traben-Trarbach/WolfTel 06541-812126Fax 06541-814535Webseite
Tourist-Information Am Bahnhof 556841 Traben-TrarbachTel 06541-8398-0Fax 06541-839839Webseite
Kirchengut Wolf Berenbruchstraße 4 56841 Traben-Trarbach / WolfTel 06541-6394Fax 06541-6395Webseite
Kontakt Kogelherrenweg - Pfarrer Seebach Tel 06541-817614Webseite
Mittelmosel-Museum in der Barockvilla Böcking Casinostr. 2Tel 06541-9480Webseite
Haus der Ikonen Mittelstr. 8Tel 06541-812408Fax 812345Webseite
Fahrradmuseum Moselstr. 2Tel 06541-5905
Mosel-Therme Bad Wildstein/Traben-Trarbach Wildsteiner Weg56841 Traben-TrarbachTel 06541-83030Fax 06541-830319Webseite

Kloster Wolf

Stadt

Liebfrauenkirche Wolf - Westturm mit der Mosel im Hintergrund[Bild: LandesMedienZentrum RLP]

Nur noch marginale Mauerreste sind von der Starkenburg erhalten, die einst in beherrschender Lage über der Mosel südlich von Trarbach erbaut worden war. Seit 1190/91 befand sie sich im Besitz der Grafen von Sponheim. Einen Namen hat sich die Feste allerdings 1328 gemacht: Die Sponheimer Gräfin Loretta von Salm ließ auf der Mosel den mächtigsten Mann der Region, den Trierischen Erzbischof Balduin gefangen nehmen und hielt ihn auf der Starkenburg in Ehrenhaft. Anlaß war eine Fehde mit ihm. Nach 9 Monaten schließlich anerkannte Balduin die Forderungen seiner  "Gastgeberin" und kam daraufhin wieder frei.

Auch wenn von der Starkenburg nahezu nichts mehr zu besichtigen ist, gibt es von ihrem früheren Standort aus viel zu sehen: Von einem der steilsten Weinberge an der Mosel schweift der Blick auf den 250 m tiefer liegenden Fluß, auf den Doppelort Traben-Trarbach und auf die gegenüberliegende Festung Montroyal, die der französische König Ludwig XIV. erbaute.

Im Gegensatz zur Starkenburg stehen heute noch stattliche Reste der Grevenburg oberhalb von Trarbach. Erbaut wurde sie um 1350 von Graf Johann III. von Sponheim, dem Sohn der legendären Gräfin Loretta. Die Anlage diente dem Geschlecht als Wohnsitz statt der Starkenburg, die nach dem Umzug ihrem Schicksal überlassen worden war.

Im Dreißigjährigen und den folgenden Kriegen war die strategisch wichtige Burg hart umkämpft. In einem Jahrhundert wechselte sie den Besitzer 13mal. Schließlich eroberten 1734 französische Truppen unter dem Marschall Belle-Isle die Burg, der sie anschließend sprengen ließ.

Auf dem Moselumlaufberg über Traben ließ der französische König Ludwig XIV. seinen Festungbaumeister Vaubun die Festung Montroyal errichten. Ihre Aufgabe war die Sicherung der französischen Vorherrschaft auf der linken Rheinseite. Zugleich war geplant, von der beherrschenden Bergfeste aus die Versorgung der übrigen französischen Befestigungen auf der linken Rheinseite sicherzustellen. Mont Royal gilt als Meisterwerk Vaubuns in dem Befestigungssystem, das sich von der Kanalküste bis nach Freiburg erstreckte. Die riesige Anlage bestand aus fünf Bastionen, drei Bolltürmen, drei Hornwerken, zwei Toren, Gräben, Kasematten und Schanzen, die sich vom Hochplateau des Köngisbergs (Mont Royal) bis ans Moselufer erstreckten. Ursprünglich war das Projekt als Stadt geplant, ausgeführt wurden jedoch nur die Festigungsanlagen, Zeughaus und Kasernen. 1690 waren 14 Regimenter mit 8450 Mann einquartiert. Mit dem Frieden von Rijswijk 1697 wurde Ludwig XIV. gezwungen, Montroyal schleifen zu lassen.

Führungen

Für Gruppen organisiert die Tourist-Information ganz individuelle Jugendstil- und Stadtführungen. Spielerisch können Sehenswürdigkeiten auch in einer Kinderstadtführung entdeckt werden. Außerdem werden Mont Royal-Führungen, Führungen durch das Mittelmosel-Museum oder das Haus der Ikonen sowie Weinbergs-Wanderungen mit dem Winzer angeboten.

Seit 2009 findet einmal im Monat freitags eine "Stadtführung der besonderen Art" statt: der "Ausflug in die Traben-Trarbacher Unterwelt", bei der man einiges zum Thema Wein- und Kellereiwirtschaft erfahren kann. Da Traben-Trarbach mit Bordeaux als größte Weinhandelsstadt Europas galt, sind dementsprechend wie in keiner zweiten Moselgemeinde weite Teile der Stadt mit teilweise mehrstöckigen über 120 Meter langen Gewölben unterkellert.

Wolf und der Wein

Herzstück des Kirchenguts Wolf  ist der Gewölbekeller unter dem Gotteshaus. Wolf ist wohl der einzige Ort in Deutschland, in dem sich direkt unter der Ortskirche ein Weinkeller befindet. Wenn oben im Kirchenschiff die Stumm-Orgel erklingt, sind unten im Gewölbe die geistlichen Weisen zu hören. An den Hängen unterhalb der sehenswerten Klosterruine reifen seit jeher edle Gewächse. Als Besitzerin der Parzellen hat die evangelische Kirchengemeinde reichen Anteil an den guten Lagen.

Seit 1557 ist in Wolf der Pfarrer zugleich auch Winzer. Viele Geistliche sollen gute Weinbauern gewesen sein. Ende des vergangenen Jahrhunderts ging  die Gleichung zwischen Theologie und Önologie nicht mehr auf. Seit 2001 bewirtschaftet der ökologische Winzer Markus Boor mit seiner Frau die Parzellen. Dies geschieht sehr erfolgreich. Zahlreiche Medaillen und Auszeichnungen legen davon Zeugnis ab.

Kogelherren-Wanderung

"Kogelherrenweg" ist ein Themenweg der Mosel-Erlebnis-Route. Er hat eine Länge von ca. 15 km, bewältigt einen Höhenunterschied von ca. 240 m und beginnt an der Tourist-Information Wolf. An vier Stationen, und zwar an der Wolfer Kirche, an der Klosterruine, an der Gemarkungsgrenze Wolf/Kröv in der Weinlage Goldgrube und an der Gemarkungsgrenze Wolf/Kinheim-Kindel wurden große Hinweistafeln mit Erläuterungen zur Geschichte der Kogelherren aufgestellt. Der Kogelherrenweg erinnert an die wichtigsten Bewohner des »Wolfer Klosters« und an die Jahre zwischen 1478 und 1560, in denen die Kogelherren - das war damals einer der vielen Namen für die Brüderschaft vom Gemeinsamen Leben, nach ihren Spitzhüten „Kogelherren“ genannt -  in Wolf lebten und wirkten. Gut 80 Jahre, in denen der Kirchenkeller entstand und das Wolfer Kirchengut. Der letzte Kogelherr war der erste Pfarrer der lutherischen Kirchengemeinde Wolf.

Museen

Im Mittelmoselmuseum sind in über 20 Schauräumen sind wertvolles Mobiliar und Kunstgegenstände aus drei Jahrhunderten, sowie eine umfangreiche Sammlung zur Stadtgeschichte ausgestellt. Schon Goethe und der preußische König Friedrich-Wilhelm IV. waren hier Gast. Hier kann die bürgerliche Lebenswelt des 18. – und 19. Jahrhunderts nachempfunden werden. Für Gruppen werden individuelle Führungen durch das Museum angeboten.
Öffnungszeiten: Ostern bis 1. November – Dienstag bis Sonntag: 10.00 – 17.00
übrige Zeit: Samstag, Sonn- und Feiertage: 10.00 bis 17.00.

Im Haus der Ikonen werden "Moderne Ikonen" des vor seinem Tode in Traben-Trarbach lebenden Ikonographen Alexej Saweljew gezeigt und über Technik, Inhalt und  Wesen und Bedeutung der Ikonen informiert.

Empfohlene Zitierweise

Bernd Brauksiepe: Traben-Trarbach - Kloster Wolf. Touristische Informationen. In: Klöster und Stifte in Rheinland-Pfalz, URL: <http:⁄⁄www.klosterlexikon-rlp.de/mosel-saar/traben-trarbach-kloster-wolf/touristische-informationen.html> (Letzter Aufruf: 20.09.18)