Klöster Mosel-Saar

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Besitzgeschichte und Wirtschaftsordnung

Besitzgeschichte

In einem um 1100 niedergeschriebenen Urbar ist der Bestand des Kardener Stiftes an Grundbesitz, Patronats- und Zehntrechten niedergeschriebenen. Für Pauly macht die Besitzentwicklung eine Bewertung nur in sehr eingeschränktem Umfang möglich und lässt „in den folgenden Jahrhunderten mehr Verluste als Zuwachs“ erkennen. So bedauert bereits 1121 der Trierer Erzbischof die Armut des Stifts, dass die Grundlage für den Lebensunterhalt der Kanoniker nahezu vernichtet sei. Vorausgesetzt, das Stift nutzte die Einkünfte aus dem Grundbesitz und die Rechte an Kirchen, war für Pauly der Lebensunterhalt der Kanoniker „ nicht gefährdet, geschweige denn fast vernichtet ".

Der Besitz des Kollegiatstifts umfasste die Orte und Wohnplätze, in denen es im Laufe seiner Geschichte Grundrechte besaß oder erworben hatte:

Alflen, Binningen, Bittelsdorf, Brieden, Brohl, Burgen, Cochem, Cond, Ditscheid, Dorweiler, Dreckenach, Dünfus, Einig, Eltzer Hof, Ernst, Eulgem, Fankel, Forst, Gappenach, Gering, Gierschnach, Gotteshäuser, Güls, Hambuch, Kaifenheim, Kail, Kalsch, Karden, Kattenes, Kaveloch, Klickert, Klotten, Kollig, Lasserg, Lieg, Macken, Mergesbach, Mertloch, Möntenich, Mörz, Moselkern, Moselsürsch, Molzig, Müden, Naunheim, Oberfell, Oberlehmen, Pellenz, Pillig, Polch, Pommern, Roes, Treis, Weiler, Wierschem, Windhausen,Winningen, Zettingen. (Pauly, 1986, 263-278)

Dazu gehörten eine Viertelmillion Weinstöcke, Ackerland und Wiesen sowie ausgedehnte Waldflächen. Der Waldbesitz im Bereich von Treis war so umfangreich, dass dafür ein Förster vom Stift eingestellt werden musste. Zum Ende des 18. Jahrhunderts waren 53 Orte und 10 Höfe zehntpflichtig.

Empfohlene Zitierweise

Brauksiepe, Bernd: Treis-Karden - Ehem. Kollegiatsstift und Stiftskirche St. Castor (Karden). Besitzgeschichte und Wirtschaftsordnung. In: Klöster und Stifte in Rheinland-Pfalz, URL: <http:⁄⁄www.klosterlexikon-rlp.de/mosel-saar/treis-karden-ehem-kollegiatsstift-und-stiftskirche-st-castor-karden/besitzgeschichte-und-wirtschaftsordnung.html> (Letzter Aufruf: 27.06.17)