Mitglieder

Überliefert sind die Namen der 16 Mitglieder, mit denen die Mainzer Jesuitenniederlassung eröffnet wurde.
1.    Lambert Auer, Rektor
2.    Franz Hanerol, Verwalter
3.    Andreas Bocatius
4.    Anton Bachelius
5.    Arnold Hollandius
6.    Peter Flaider
7.    Ogerius Crodensis
8.    Jakob Finae
9.    Michael Ruelius
10.    Johann Montanus (Koch)
11.    Bartholomäus Siculus
12.    Petrus Loppertius
13.    Vitus Bohemus
14.    Peter Michael gen. Brillmacher
15.    Michael Schilling
16.    Matthias Gilthea
Im Jahr 1563 zählte die Niederlassung 28 Mitglieder, 1566 waren es 41. In den folgenden Jahren stieg ihre Zahl weiter (1580: 50, 1578: 60). An der Wende zum 18.Jh. lag die Zahl der Mitglieder zwischen 28 und 41 (Vgl. Müller, S. 666).

Im Jahre 1765 verbot Erzbischof Emmerich Josef die Aufnahme von Novizen. Den aus Frankreich vertriebenen Mitgliedern der aufgelösten Häuser in Molsheim und Schlettstadt, die zur Oberrheinischen Provinz gehörten, wurde untersagt, sich nach Mainz zu begeben. Im Jahr 1769 erfolgte ein allgemeines Verbot für die Klöster, Novizen aufzunehmen. Als im Sommer 1770 die Gesellschaft Jesu um Zulassung der Aufnahme von elf Novizen für die oberrheinischen Provinz, einer davon für das Mainzer Haus, bat, erhob allerdings das  Generalvikariat keine Einwände. Auch im Folgejahr wurde die Aufnahme von Novizen erbeten.

Nach A.Jendorff stammten die Patres meist aus Städten; Laienbrüder hingegen primär aus ländlichem Raum.

Bei der Aufhebung des Ordens im Jahr 1773 zählte die Mainzer Niederlassung 39 Mitglieder, im Noviziat befanden sich nach K.B.Springer 50-60 Personen.
Kurz nach der Aufhebung des Ordens verstarben vier Mitglieder, darunter der letzte Rektor der Niederlassung, Bentzel (begr. 10.7.1774). Sein feierlich gestaltetes Begräbnis und der Nachruf im Kirchenbuch der Pfarrei St.Peter können durchaus auch als ein ganz bewusstes Bekenntnis zu dem aufgehobenen Orden betrachtet werden.

Der Nachfolger Emmerich-Josefs, Friedrich Karl Josef v.Erthal (1774/1802), vollzog einen „radikalen Kurswechsel, in dessen Folge Exjesuiten entscheidenden Einfluß gewannen“[Anm. 1].
H.Schrohe verweist auf aus Mainz stammende Ordensmitglieder[Anm. 2], die freilich nicht alle auch Mitglieder der Mainzer Kommunität waren. Zwischen 1661 und 1710 traten 31 Mainzer dem Orden bei, zwischen 1711 und 1760 weitere 70.

Anmerkungen:

  1. Schatz, S. 11 Zurück
  2. Vgl. Schrohe, S. 243-247 Zurück

Empfohlene Zitierweise

Martina Rommel: Mainz - Jesuiten. Mitglieder. In: Klöster und Stifte in Rheinland-Pfalz, URL: <http:⁄⁄www.klosterlexikon-rlp.de/rheinhessen/mainz-jesuiten/mitglieder.html> (Letzter Aufruf: 20.07.19)