Klöster am Mittelrhein

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Archivalien und Literatur

0.1.Kloster-/Stiftsarchiv und Bibliothek

Selbstverständlich besaß die Abtei eine Bibliothek. Ein erster Katalog der umfangreichen Bibliothek stammte aus dem Zeitraum 1215/20.

1720 verkaufte das Kloster einen Teil der Bibliothek und des Archivs. Ende des 18.Jhs. verfügte die Klosterbibliothek über ca. 4000 Bände. Nach Aufhebung der Abtei fiel die Bibliothek zunächst an die Regierungs- und Hofkammerbibliothek. Der 1803-1809 erstellte, allerdings lückenhafte, Katalog umfasste 1719 zum Teil mehrbändige Werke.

1809 wurde ein Teil der Bibliothek an die Gymnasialbibliothek in Montabaur gegeben, von wo aus die Bücher 1820 an das neu gegründete Pädagogicum in Hadamar gingen. Die fraglichen Bände sind dort allerdings nicht erhalten. 1824 wurden die verbliebenen Rest der Klosterbibliothek zum großen Teil versteigert; die meisten Bände wurden Makulatur.

Handschriften, Inkunabeln und Postinkunabeln finden sich heute im Hauptstaatsarchiv Wiesbaden, der Hessischen Landesbibliothek Wiesbaden und in der Diözesanbibliothek in Limburg.

Neben der Stiftsbibliothek gab es eine eigene Bibliothek des Abtes.

Die erste Nachricht von der Existenz eines Archivs findet sich 1498, als ein gut verschließbarer Aktenschrein gefertigt wurde. Der Archivraum befand sich im Südostturm der Kirche.

Während des 30-jährigen Krieges wurde das Archiv 1634 ausgelagert und nach Köln in den Hof des Klosters Steinfeld verbracht; wo es sich noch 1646 befand. Bei der Rückführung der Akten erfolgte eine Inventarisierung und Ordnung des Archivs.

In den Jahren 1774/75 kam zu Aktenverlusten; der Archivar hatte im Zwist mit dem Konvent gelegen und aus Rachsucht Akten nach Nassau verschleppt.

Bei der Flucht des Konventes während der Koalitionskriege wurde der Großteil des Archivs mit in die Grafschaft Katzenelnbogen genommen. Der in Arnstein verbliebene Rest wurde zerstört bzw. in totale Unordnung versetzt. Von Arnstein aus gelangten nach Aufhebung der Abtei die Akten zunächst nach Weilburg, von dort in das Herzoglich-Nassauische Zentralarchiv in Idstein, von wo sie schließlich in das Preußische Staatsarchiv in Wiesbaden kamen. Heute befinden sie sich im Hauptstaatsarchiv Wiesbaden.

0.2.Literatur

  • Birkmeyer, Regine: Ehetrennung und monastische Konversion im Hochmittelalter, Berlin 1998 (Diss. phil. Mannheim 1997).
  • Cruisus, Irene / Flachenecker, Helmut (Hg.): Studien zum Prämonstatenserorden, Göttingen 2003.
  • Dehio. siehe Citavi
  • Heck, Hermann: Kloster Arnstein an der Lahn, Köln 1967 (Rheinische Kunststätten).
  • Krings, Bruno: Das Prämonstratenserstift Arnstein a.d. Lahn im Mittelalter (1139-1527), Wiesbaden 1990 (= Veröffentlichungen der Historischen Kommission für Nassau XLVIII).
  • Schatz, Klaus: Geschichte des Bistums Limburg. Mainz 1983 (= Quellen und Abhandlungen zur mittelrheinischen Kirchengeschichte 48).
  • Seibrich, Wolfgang: Die Ordensleute. In.: Geschichte des Bistums Trier, Bd.3: Kirchenreform und Konfessionsstaat 1500-1801. Hg. von Bernhard Schneider, Trier 2010 (= Veröffentlichungen des Bistumsarchiv Trier 37), S.240-266.

Empfohlene Zitierweise

Rommel, Dr. Dr. Martina: Obernhof - Prämonstratenserabtei Arnstein. Archivalien und Literatur. In: Klöster und Stifte in Rheinland-Pfalz, URL: <http:⁄⁄www.klosterlexikon-rlp.de/mittelrhein-lahn-taunus/obernhof-praemonstratenserabtei-arnstein/archivalien-und-literatur.html> (Letzter Aufruf: 17.11.19)