Klöster am Mittelrhein

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0.Besitzgeschichte und Wirtschaftordnung

Erzbischof Albero von Trier schenkte dem Kloster den Hof Seelbach und die Kirche Kördorf mit allen Rechten und Bewohnern sie den Zehnt der genannten Kirche. Bei beiden handelte es sich nicht um Gut des Bistums.

Die Gemeinschaft selbst genoss Zehntfreiheit, gewährt durch Papst Innozenz II. (1142).

Höfe waren wichtige wirtschaftliche Stützpunkte, da die Prämonstratenser Eigenwirtschaft betrieben. Die auf den Höfen produzierten Waren waren beim Transport innerhalb des Erzstiftes von Abgaben und Zöllen befreit. Zehntfrei waren die in Eigenbau bewirtschafteten Güter und die Viehzucht.

Im Laufe des 12.Jhs. begann Arnstein, sich eine starke wirtschaftliche Basis aufzubauen.

Ebenfalls zur Existenzsicherung trugen zahlreiche Memorienstiftungen bei.

Mitte des 13.Jhs. bis 1323 stand Arnstein unter dem Eindruck einer negativen wirtschaftlichen Entwicklung, die sich auch in der Veräußerung von Klostergütern nach dem Erwerb des Kirchspiels Winden widerspiegelte. Die 1250 erfolgte Incorporierung der Pfarrkirche von Winden durch den Erzbbischof von Trier wurde auch mit der wirtschaftlichen Lage Arnsteins begründet. Die mit der wirtschaftlichen Krise korrespondierende rückläufige Zahl von Eintritten von Konversen führte dazu, dass die Zahl derer zurückging, die in den zur Niederlassung gehörenden Höfen die Arbeiten übernahmen. Die Höfe mussten, da sie ja die Existenz Arnsteins zu sichern hatten, in der Folge durch zu bezahlendes Personal betrieben werden. In der weiteren Entwicklung kam es zur Verpachtung von Höfen.

Unter Abt Wilhelm von Staffel (1323/1366) kam es zunächst wieder zu einem wirtschaftlichen Aufschwung. Am 28.8.1348 aber brannten bei einem Angriff von der Schaumburg nach Angaben der Arnsteiner Annalen Höfe nieder: Attenhausen, zwei Höfe in Weltrod, zwei Höfe in Seelbach, ein weiterer Hof in Biebrich; am 29.8. brannten die Höfe in Steinbach, Münster und Laimbach. Das Vieh wurde geraubt. Auch Orte in der Pfalz, in denen Arnstein über Besitz verfügte, wurden Ziel der Angriffe, besonders betroffen war Stetten.

Am 15.12.1364 und am 24.11.1378 richtete der Papst ein Mandat an den Propst des Wormser Andreasstiftes und trug ihm auf, Arnstein bei der Wiedergewinnung unrechtmäßig entzogener Güter zu unterstützen.

Im letzten Jahrzehnt des 14.Jhs. veränderte sich die wirtschaftliche Lage des Stiftes. Es war dies zum einen eine Entwicklung, die mit der gesamtwirtschaftlichen Situation im ausgehenden 14.Jh. in Zusammenhang stand, zum anderen auf wirtschaftlich ungeschicktes Handeln des damaligen Abtes Arnold von Krummenau (1380/1397) zurückgeführt werden kann. Im 15.Jh. kam es dann wieder zu einer Konsolidierung der Verhältnisse. Auftretenden Mängeln in der Verwaltung des Klostergutes steuerte man rasch entgegen.

Nach einer weiteren Krise und der Reform (1480) setzte im 16.Jh. ein erneuter Aufschwung ein, der bis in das 17.Jh. Bestand hatte. Die seit dem 13.Jh. in Wegfall gekommene handwerkliche Tätigkeit der Konventsmitglieder war wieder aufgenommen worden. Überregionale Bedeutung erlangte das Skriptorium.

Fast 200 Orte sind urkundlich mit Arnstein in Verbindung zu bringen. Dort besaß das Stift Höfe, Grund oder Rechte. Das Gros lag im Gebiet der Lahn und im Westerwald. Fernbesitz hatte das Stift auch in der Pfalz und im heutigen Rheinhessen.

Empfohlene Zitierweise

Rommel, Dr. Dr. Martina: Obernhof - Prämonstratenserabtei Arnstein. Besitzgeschichte und Wirtschaftsordnung. In: Klöster und Stifte in Rheinland-Pfalz, URL: <http:⁄⁄www.klosterlexikon-rlp.de/mittelrhein-lahn-taunus/obernhof-praemonstratenserabtei-arnstein/besitzgeschichte-und-wirtschaftsordnung.html> (Letzter Aufruf: 21.09.19)