Klöster in Rheinhessen

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Für die Zeit 1679/80 nennt E.Darapsky die Zahl von fünf Chorprofessen und einer Laienschwester.
Die erste Oberinnenwahl erfolgte im Juni oder Juli 1680. Die Amtszeit war auf jeweils drei Jahre begrenzt, doch war eine Wiederwahl möglich.
Bei der Einrichtung der Klausur in der neuen Unterkunft im Herbst 1683 zählte die Gemeinschaft sieben Mitglieder, dazu kamen noch Postulantinnen. Bei Darapsky findet sich der Hinweis, dass die Gemeinschaft elf Mitglieder zählte.
Bei der Oberinnenwahl im Jahr 1685 - der Konvent zählte nach Angaben E.Darapskys 12 Mitglieder (Vgl. S. 23) - waren sechs Schwestern stimmberechtigt; dazu kamen drei als Laienschwestern (darunter eine „Ausgehschwester“) bezeichnete Mitglieder, sowie zwei Postulantinnen, die erst im Lauf des Jahres 1685 ihre Gelübde ablegten und eine weiterem die 1686 aus der Gemeinschaft entlassen wurde.
Von Mainz aus erfolgte die Gründung einer Niederlassung der Welschnonnen in Heidelberg, wohin nach Darapksy zwei Mitglieder des Konventes wechselten.
1688 zählte der Konvent zehn Mitglieder. Die Niederlassung erfuhr in den folgenden Jahrzehnten regen Zustrom.

Zahl der Postulantinnen:
1683-1690        10
1691-1700        13
1701-1710        11
1711-1720        21
1721-1730        10
1731-1740        09
1741-1750        06
1751-1760        10
1761-1770        14
1771-1780        10
1781-1790        06
1791-               01

Vor allem zu Beginn folgte dem Konvent Zustrom aus Luxemburg, was sich auch durch familiäre Beziehungen erklären lässt. Die Postulantinnen waren sowohl adeliger als auch bürgerlicher Herkunft.  Nach 1703 ist eine Zunahme von Eintritten einheimischer Frauen in den Orden zu verzeichnen.
Die erste Mainzerin, die dem Konvent beitrat, war im Jahr 1690 Anna Maria Brückbauer.
Als Herkunftsorte nennt E.Darapsky neben Luxenburg und Mainz Trier, Augin, Kellenbach (Krs. Simmern), Kreuznach, Heppenheim/Bergstr., Dillingen/Saarm, Brüssel, Maikammer, Freudenstadt, Pont-a-Mousson, Hallenburg/Hessen, Avoine, Boutler, Borcken/Westf.; Speyer, Ellwangen, Nürnberg, Bourghesch/Lothr.; Jülich, Langenauc, Wasser-Alfingen, Altheim, Wittlich, Augsburg, Koblenz, Walsburg, Höchst, Bingen, Hannover, Quintenbach (Luxemburg), Frankfurt, Mainz, Nastätten, Aschaffenburg, Kamberg, Wetzlar, Alzey, Stuttgart, Münster b. Dieburg, Miltenberg, Westerburg, Freimersheim, Aachen Hadamar, Offenburg, Bingen, Winnweiker, Berg, Mannheim, Trier, Limburg, Gabsheim und Ebersheim.
Im Jahr 1725 wird im Zusammenhang mit Aufnahmen in die Herz-Jesu-Bruderschaft erwähnt, dass der Konvent 35 Chorschwestern und 11 Laienschwestern zählte.

Bei der 1731 durchgeführten Visitation gehörten dem Konvent 28 Chorschwestern (11 bürgerlicher und 17 adeliger Herkunft)  und 11 Laienschwestern im Alter zwischen 24 und 83 Jahren an.
Die in französischer Sprache geführte Chronik der Welschnonnen (StAMZ Best. 13/ 411) nennt anlässlich der Grundsteinlegung für die Kirche 34 Konventsmitglieder.
Die Ordenskrise der 80-er Jahre des 18.Jhs. zeigte sich auch in der Niederlassung der Mainzer „Welchnonnen“ in eine gewissen „Überalterung“ der Gemeinschaft.
Eine 1799/1800 erstellte Bürgeraufnahme der Stadt Mainz nennt für das Kloster der Augustinerinnen  (Haus D 81/82) 17 Bewohnerinnen, bei denen genau festgehalten wurde, wie lange sie bereits in Mainz lebten:
1.    Maria Petra Frank        65 Jahre        seit 46 Jahren in Mainz
2.    Maria Boldewin            77 Jahre        seit 60 Jahren in Mainz
3.    Marie Kuntz                 61 Jahre        aus Mainz
4.    Anna Ludwig               50 Jahre        aus Mainz
5.    Franziska Trimborn      48 Jahre        seit 31 Jahren in Mainz
6.    Augustina Vorster        51 Jahre        seit 47 Jahren in Mainz
7.     Crescentia Eberhardt    45 Jahre      aus Mainz
8.    Ignatia Rottwitt            46 Jahre       aus Mainz
9.    Viktoria  Kinn              46 Jahre        seit 22 Jahren in Mainz
10.  Coelestine  Schumacher    37 Jahre   seit 16 Jahren in Mainz
11.  Regine Jüngling        47 Jahre        seit 45 Jahren in Mainz
12.  Barbara Steller        55 Jahre        seit 37 Jahren in Mainz
13.  Martha Schäfer        48 Jahre        seit 22 Jahren in Mainz
14.  Elisabeth Hilp           35 Jahre        seit 11 Jahren in Mainz
15.  Therese Jung           54 Jahre        aus Mainz
16.  Elisabeth Gerich       77 Jahre        seit 60 Jahren in Mainz
17.  Maria Müller             66 Jahre       seit 50 Jahren in Mainz.

Ebenfalls in diesem Haus lebten nach dieser Liste der 39 Jahre alte Priester Franz Liebler, der seit 12 Jahren in Mainz lebte und der 21 Jahre alte Peter Nix. Therese Jung und Elisabeth Gerich waren ehemalige Mitglieder des Konvents Reichklara.
Mit Ausnahme von Maria Müller finden sich die gleichen Personen bei einer Religiosenzählung genannt[Anm. 1].

Am 3.Thermidor X (22.7.1802) bestand die Gemeinschaft aus 12 Mitgliedern, darunter vier Laienschwestern.  Am 28.7.1802 wurden die notwendigen Personallisten abgeschlossen.

 

Schicksal der Schwestern nach 1802

Zwölf der 14 im Jahr 1802 in der Gemeinschaft lebenden Schwestern blieben in Mainz. Sie wohnten, so E.Darapsky, zunächst weiter in den Klostergebäuden (Lit D. 81), wo ihnen Räumlichkeiten oberhalb der Sakristei eingeräumt worden waren, ebenso die freie Benutzung des (ehemaligen) Klostergartens.
Coelestine Schumacher konnte weiterhin als Lehrerin tätig sein und umging so ihre Ausweisung vom linken Rheinufer. .Die Laienschwestern Elisabeth Hilp, Martha Schaefer und Barbara Steller blieben in Mainz, erhielten aber zunächst keine Pension. Erst durch einen Erlass vom Juli 1806 wurde ihnen eine solche zugesprochen.
Eine Liste der Pensionaires ecclesiastiques nennt die Namen der Ordensfrauen, die – als auf dem linken Rheinufer Geborene – nach der Aufhebung des Klosters eine staatliche Pension bezogen: Magdalena Boldewin (auch Boldovin), Bernharde Kuhnz, Therese Jung, Marianne Ludwig, Augustine Vorster, Franziska Trimborn, Ignazia Rottwitt, Maria Eberhard, Viktoria Kinn, Coelestine Schumacher, Klara Schäfer, Steller und Hilp.

Anmerkungen:

  1. Vgl. StAMZ 60/1109, sowie Darapksy, S. 143 f. Zurück

Empfohlene Zitierweise

Martina Rommel: Mainz - Welschnonnen. Mitglieder. In: Klöster und Stifte in Rheinland-Pfalz, URL: <http:⁄⁄www.klosterlexikon-rlp.de/rheinhessen/mainz-welschnonnen/mitglieder.html> (Letzter Aufruf: 26.05.19)