Klöster in Rheinhessen

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Tätigkeit

Noch bevor die erzbischöfliche Entscheidung über die Tätigkeit der Schwestern in der Stadt Mainz offiziell wurde, ließ die Oberin im Dezember 1679 bereits in den Kirchen verkünden, dass man unentgeltlichen Mädchenunterricht erteilen werde. Damit wurde auch Mädchen aus ärmeren Familien der Zugang zu Bildung eröffnet. Schon im Frühjahr 1680 holten die Schwestern weitere Kräfte nach Mainz.
Die Schule erfreute sich positiver Resonanz. 1685 zählte sie nach G.Schreiner 150 externe Schülerinnen; 1758 wurden 300 „Stadtkinder“ (Schreiner, S. 65) gezählt. In den folgenden Jahren war die Zahl der Schülerinnen rückläufig. Der Grund dürfte in der Eröffnung einer weiteren Mädchenschule (I.B.M.V) zu suchen sein.
Die bei den Welschnonnen unterrichteten Fächer waren Lesen, Schreiben, Rechnen, Französisch und – nicht unwichtig für eventuelle spätere Verdienstmöglichkeiten oder in der Ehe -  Handarbeit. Von Anfang an mit der Schule verbunden war ein Pensionat, das zunächst als Tagespensionat betrieben wurde, da noch keine zureichenden Räumlichkeiten zur Verfügung standen. Zu den Pensionärinnen gehörten nach E. Darapsky auch Mädchen aus Mainzer Adelsfamilien. Neben den Schülerinnen, so E.Darapsky, hatten auch adelige Damen bei den Nonnen Kost und Logis. W.Seibrich spricht davon, dass sich eine „gepflegte Frauengesellschaft aus den >höheren< Kreisen .... täglich bei den Welschnonnen traf“ (S. 580).
Gegen die Niederlassung der „Englischen Fräulein“ erhoben die Welschnonnen Protest, sahen sie in ihnen doch wohl eine unliebsame Konkurrenz.

Empfohlene Zitierweise

Martina Rommel: Mainz - Welschnonnen. Tätigkeit. In: Klöster und Stifte in Rheinland-Pfalz, URL: <http:⁄⁄www.klosterlexikon-rlp.de/rheinhessen/mainz-welschnonnen/taetigkeit.html> (Letzter Aufruf: 21.07.19)