Besitzgeschichte und Wirtschaftsordnung Stift Liebfrauen (Oberwesel)

Besitzgeschichte

In der Gründungsurkunde des Stifts von 1258 werden Einkünfte aus Weinbergen, aus einem Teil des Zehnten im Bezirk Oberwesel, aus Opfergaben, Zinsen und weiteren Abgaben genannt, die zum Lebensunterhalt von sieben Personen ausreichen. „Man muss bei dieser Besitzbeschreibung die Tatsache vor Augen haben, dass die Dotation des Liebfrauenstifts … im wesentlichen die Dotation einer gut ausgestatteten Pfarrkirche war, die aus einem ausgedehnten Pfarrbezirk mit Weinbau am Rhein, in den Tälern des Niederbachs und des Oberbachs bzw. mit Landwirtschaft im Bereich der Hunsrückfilialen floß. Einen Maßstab für die Höhe der Gesamteinkünfte aus dem Zehnten gewinnt man mit dem Hinweis, dass der Liebfrauenkirche nur ein Sechstel des Gesamtzehnten zukam, das dennoch für sieben Personen ausreichte. Dazu kamen die Erträge einer ausgedehnten Rentenwirtschaft“ (Pauly S. 356; hier S. 356-367 weitere Ausführungen zum Besitz des Stifts, zur Gütertrennung und zur Bildung von Sondervermögen sowie zu den einzelnen Vermögensmassen.)

Wirtschaftsordnung

Stiftskurien

Siehe hierzu Pauly S. 311f. Erstmals 1331 wird eine Stiftskurie des Vikars Heinrich Sculteti erwähnt. Als Wohnhäuser des Stiftsklerus erscheinen auch ein Haus, genannt Der Tempel, Häuser im Kreuzgang, ein Haus Zum Salmen am Markt sowie ein Kanonikatshaus in der Holzgasse (Hollergasse). Da sehr viele Kanoniker und Vikare aus Oberwesel stammten, haben viele von ihnen wohl in eigenen oder elterlichen Häusern gewohnt.

Empfohlene Zitierweise

Schmid, Reinhard: Oberwesel - Stift Liebfrauen. Besitzgeschichte und Wirtschaftordnung. In: Klöster und Stifte in Rheinland-Pfalz, URL: <http:⁄⁄www.klosterlexikon-rlp.de/mittelrhein-lahn-taunus/oberwesel-stift-liebfrauen/besitzgeschichte-und-wirtschaftordnung.html> (Letzter Aufruf: 22.04.19)