1608 war ein Konvent mit 4-5 Mitgliedern geplant. Um die Mitte des 18.Jhs. lebten in Mainz laut E.Moßmaier 24 Patres[Anm. 1], nach anderen Angaben 50 Mitglieder.
Im Laufe des 18. Jhs. ging die Zahl der Ordenseintritte jedoch zurück. Im Jahr 1793 klagte die Rheinische Ordensprovinz über einen eklatanten Personalmangel: von ca. 380 Personen gehörten 40 seit wenigstens 50 Jahren der Gemeinschaft an, standen also in einem hohen Lebensalter. 100 Mitglieder waren aus verschiedensten Gründen untauglich, in der Seelsorge zu wirken.

Zwischen 1664 und 1668 war Martin von Cochem, Verfasser eines Katechismus, Mitglied des Mainzer Konventes.
Ein weiteres bekanntes Mitglied des Mainzer Konvents war P.Norbert (Taufname Johann Georg) Nimis (4.9.1754 Walldürn-15.10.1811 Haßloch). Der Sohn einer Kaufmannsfamilie studierte in Heidelberg und Mainz. Er war Schüler des an der Universität Mainz lehrenden Philosophieprofessors Anton Dorsch (1758-1819), hatte am 19.9.1778 die Priesterweihe empfangen und war seit 1786 als Lektor tätig, 1788 als außerordentlicher und seit März 1790 als ordentlicher Professor für „>Populartheologie<“[Anm. 2]an der Mainzer Universität tätig. Seinen Vorlesungen legte er den vom Mai 1878 datierenden „Entwurf exegetisch-praktischer Vorlesungen über das Neue Testament nach philosophischer und theologischer Encyklopädie“ zu Grunde und plante, im Zeitabschnitt von eineinhalb Jahren den Zuhörern einen Gesamtüberblick über die Fächer Dogmatik und Moraltheologie zu geben. Zwischen 1789 und 1792 entstand sein Werk Katholisches Religionshandbuch mit der Heiligen Schrift des Neuen Testamentes.
Nimis verließ 1790 den Orden; ab 1792 findet er sich als Mitglied des Kollegiatstifts St.Viktor genannt. Nimis, der mit dem ebenfalls aus Walldürn stammenden Professor Felix Anton Blau (1754-1798) befreundet war, vertrat wie dieser einen dezidiert aufklärerischen Kurs und trat später dem Jakobinerklub bei. Nach der Rückeroberung des seit 21.10.1792 französisch besetzten Mainz (23.7.1793) war er 1793/95 in Haft in Königstein und begab sich danach (1795/96) ins Exil nach Paris, wo er sich dem Studium der Rechtswissenschaften widmete. Innerlich der Kirche „wohl schon seit einiger Zeit ... entfremdet“[Anm. 3]gab er seinen geistlichen Stand auf und heiratete. Tätig war er in den folgenden Jahren als Friedensrichter in Kaiserslautern und Pirmasens, Amtmann in Kirrweiler und Kommissar in Neustadt mit Sitz in Haßloch[Anm. 4].

Bei einer Bevölkerungsaufnahme 1799/1800 sind unter der Adresse des Klosters 17 Personen genannt. Bei der Aufhebung des Klosters zählte der Konvent 12 Priester und drei Laienbrüder. Auf ihren weiteren Lebenslauf  und ihr Schicksal wird nur mit wenigen Worten eingegangen. Auf Basis eines im Dom-und Diözesanarchiv vorhandenen zeitgenössischen Geistlichenverzeichnisses sowie der Kirchenbücher und Zivilstandsregister der Stadt Mainz können für die meisten Mitglieder des aufgehobenen Konvents weitere Daten erhoben werden. Die in linksrheinisch gelegenen Orten geborenen Mitglieder erhielten die üblichen Pensionszahlungen des Staates und stellten sich für den Dienst in der neugeschaffenen französischen Diözese Mainz zur Verfügung. Die meisten wohnten dabei in der Nähe des ehemaligen Klosters. Die Mitglieder, die aus rechtsrheinisch gelegenen Orten stammten, begaben sich zunächst wahrscheinlich in dort gelegene andere Konvente, so etwa in das Kloster Frankfurt, das indes Ende des Jahres 1802 gleichfalls aufgehoben wurde und das die dort befindlichen Mitglieder bis zum 14.2.1803 verlassen mussten. Es waren die Patres Johann Baptist Hubert; Timotheus Kilber Hermann Josef Müller Thomas Kratzer,. Meinhard Reinhard Stanislaus Hofmann. Gundislavus Ewald Eugen Müller, Linus Wolf, Damian Blum, Gerhard Grosmann und Salvator Miltenberger sowie die Laienbrüder Cosmas Lauter Bartholomäus Heuser und. Franz Gebhard.

Anmerkungen:

  1. Moßmaier, S. 33 Zurück
  2. Brück, S. 90 Zurück
  3. Walter, S. 719 Zurück
  4. Vgl allg. Schmitt; Mathy, Blau, Dumont, Mainzer Republik Zurück

Empfohlene Zitierweise

Martina Rommel: Mainz - Kapuziner. Mitglieder. In: Klöster und Stifte in Rheinland-Pfalz, URL: <http:⁄⁄www.klosterlexikon-rlp.de/rheinhessen/mainz-kapuziner/mitglieder.html> (Letzter Aufruf: 20.07.19)